Pressestatement zu den gesunkenen Verkehrszahlen auf dem NOK

Als Schleswig-Holsteiner sind wir stolz darauf, dass der Nord-Ostsee-Kanal die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt ist. Ich möchte, dass das auch so bleibt und sehe das Bundesverkehrsministerium in der Verantwortung: Die Schifffahrt braucht ein klares Signal, dass der NOK verlässlich befahrbar ist. Andernfalls könnten künftig immer mehr Logistiker die Ausweichroute über das Skagerrak wählen.

Wichtig dafür ist, da stimme ich der Initiative Kiel Canal voll zu, die Oststrecke schnell auszubauen. Wie bei vielen weiteren Projekten zwischen Brunsbüttel und Kiel war hier erst eine parlamentarische Initiative notwendig, um das Projekt anzustoßen.

Zweitens erwarte ich, dass die vorhandenen Rufbereitschaften verbessert werden. Um eine schnelle Reaktionszeit bei Schäden zu ermöglichen, müssen die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten verbessert und diese zusätzliche Arbeit auch ausreichend in der Personalbemessung berücksichtigt werden. Die Zusage dafür hat bereits der damalige Minister Peter Raumsauer (CSU) vor mehr als fünf Jahren gegeben. Im April hat die Kollision eines Frachters mit einem Schleusentor in Kiel-Holtenau gezeigt, wie wichtig eine solche Rufbereitschaft am Wochenende ist, um schnell auf Havarien oder Störungen reagieren zu können.

In Berlin setze ich mich drittens auch dafür ein, dass bei Sanierungen, Unterhaltung und Neubau an unseren Bundeswasserstraßen nicht durch Personalengpässe unnötig wertvolle Zeit verschenkt wird: Mit dem Bundeshaushalt 2018 haben wir bereits viele sachgrundlose Befristungen beenden können. Notwendig ist aber auch, dass freie Stellen wesentlich schneller besetzt werden und dass der Bund als Arbeitgeber attraktiver wird und angesichts des Fachkräftemangels mit der Privatwirtschaft um gut qualifizierte junge Menschen aus Handwerk, Technik und dem Ingenieursbereich konkurrieren zu können. Dabei habe ich natürlich immer auch den NOK mit seinen großen Bauprojekten wie der 5. Schleusenkammer in Brunsbüttel, den Kieler Schleusen oder dem anstehenden Ausbau der Oststrecke im Blick.