Rückblick auf unsere politische Radtour durch Friedrichsort und Gewinnspiel

Was bewegt die Menschen in Pries-Friedrichsort politisch und was gibt es dort historisch zu erfahren? Gemeinsam mit 22 Interessierten bin ich am vergangenen Sonntag dieser Frage nachgegangen und zur Radtour durch den Stadtteil aufgebrochen. Von Pastor Volker Landa haben wir an vielen spannenden Stationen interessante historische Hintergrundinformationen erhalten und mit dem Kieler Ratsherrn Volkhard Hanns war auch die kommunalpolitische Perspektive vertreten. Gestartet sind wir am Holtenauer Leuchtturm, um von dort aus das ehemalige MFG-5-Gelände zu erreichen.

Das MFG-5-Gelände: Bezahlbares Wohnen und Chance für den Wirtschaftsstandort Kiel

Auf dem ehemaligen MFG-5-Gelände wird ein neuer Stadtteil Kiels entstehen. Der örtliche Ratsherr Volkhard Hanns hat erläutert, dass die SPD auf dem Gelände einen Anteil von etwa 30 Prozent sozialem Wohnungsbau erreichen möchte. Der geplante Wohnraum hier auf dem Gelände ist ein guter Beitrag zu mehr bezahlbarem Wohnen in der Stadt. Dem Norden hilft das neue Wohngebiet auch mit Blick auf den demographischen Wandel und sorgt für mehr Durchmischung im Stadtteil. Die Zuwegung zum Gelände wird über den Schusterkrug erfolgen. Dabei sollen die Voraussetzungen für moderne Mobilität geschaffen werden, die vor allem auf Fußgänger*innen und Fahrradfahrende setzt. Neben den Wohnungen wird es auf dem Gelände auch Industriebereiche geben.

Die Traditionswerft Rathje am Werftenstandort Friedrichsort

Danach haben wir die Rathje Werft angesteuert. Der neue Eigentümer, Helge Petersen, hat uns über die Werft geführt und mehr über die Arbeit dort erzählt. Die Rathje Werft hat sich auf die Reparatur, Wartung und Pflege von Yachten und Booten spezialisiert. Außerdem werden Neubauten aus Holz gefertigt und Liegeplätze auch für Hausboote angeboten. Die Rathje Werft beschäftigt zwei Meister, vier Gesellen und vier Auszubildende. Durch Corona seien die Aufträge zunächst eingebrochen. Die Auftragslage bessere sich aber nun wieder. Ich werde weiterhin ein offenes Ohr haben für die Belange der Industriebetriebe im Wahlkreis und setze mich gemeinsam mit den anderen norddeutschen SPD-Bundestagsabgeordneten für eine Stärkung der maritimen Wirtschaft ein.

Die Bethlehem-Kirche:  Historische Kirche und offener Ort der Kultur in Alt-Friedrichsort

Als Nächstes haben wir Kiels drittälteste Kirche, die denkmalgeschützte Bethlehem-Kirche in Alt-Friedrichsort, besichtigt. Die alte Garnisonskirche Preußens wurde 1875 wahrscheinlich zunächst als Provisorium gebaut. Das erkennt man daran, dass die Kirche „falsch herum“ gebaut wurde. Denn eigentlich sind alle Kirchen nach Osten in Richtung Jerusalem ausgerichtet, die Bethlehem-Kirche ist jedoch nicht geostet. Die Kirche befand sich bis 1990 in Staatseigentum. Nach dem Verkauf der Kirche habe ich mich in meiner Zeit als Vorsitzender des Ortsbeirats Pries-Friedrichsort dafür stark gemacht, dass sie der Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Gemeinsam mit Volkhard Hanns, Rolf Fischer und Angelika Volquartz und anderen Engagierten habe ich den Kauf der Kirche durch den Verein Interessengemeinschaft Bethlehem-Kirche Kiel-Friedrichsort e.V. unterstützt. Seitdem finden hier Gottesdienste, einige Trauergottesdienste und viele Kulturveranstaltungen statt, denen außerhalb der Coronazeit bis zu 220 Menschen lauschen können. Die Bethlehem-Kirche ist heute ein wichtiger Ort für Pries-Friedrichsort, an dem der Stadtteil zusammenkommt und die Menschen sich treffen. Aber auch über den Stadtteil hinaus findet die Kirche viele Besucher*innen. Dass sich alles so gut entwickelt hat, freut mich sehr.

Das Jugenddorf Falckenstein: Starkes Engagement für benachteiligte Kinder und Jugendliche am Meer! 

Weiter ging es zum Kinder- und Jugenddorf Falckenstein am gleichnamigen Strand. Manfred Wagner, der Vorsitzende des Vereins des Kinder- und Jugenddorfs, hat uns das Gelände und die wichtigsten Gebäude vorgestellt. Die Ferien- und Freizeitstätte befindet sich in einem leider in keinem guten Zustand. Die Stadt Kiel hat in Abstimmung mit dem Verein beschlossen hat, das Kinder- und Jugenddorf zu sanieren. Dies begrüße ich sehr, denn das Kinder- und Jugenddorf ist eine wichtige Einrichtung und muss erhalten werden! Hier ermöglichen viele ehrenamtlich Engagierte vor allem Kindern und Jugendlichen aus sozial und finanziell benachteiligten Familien einen kleinen Urlaub und das Kennenlernen der örtlichen Natur. In den Mehrbettzimmern erfahren die Kinder und Jugendlichen außerdem wie wertvoll und schön ein solidarisches Miteinander ist.

Festung Friedrichsort: Von der dänischen Seefestung zum Denkmal mit Brauerei und spannender Kreativwirtschaft

So richtig historisch wurde es dann noch einmal bei unserem Besuch in der Festung Friedrichsort. Auch hier ließ uns Volker Landa an seinem Anekdotenschatz teilhaben. Die Festung wurde vom dänischen König Christian IV. errichtet, um Dänemark vom Süden her gegen das von König Gustav Adolf regierte Schweden zu schützen. Also kaufte König Christian IV. die Güter Seekamp, Bülk und Knoop und setzte den Bau der Festung in Gang. Später, ungefähr im Jahr 1660, baute Friedrich III. die Festung wieder auf und ließ sie verstärken. Ein kleiner Ausflugstipp für die Zeit nach Corona: Wer sehen möchte, wie die Festung damals aussah, kann sich das Kastell in der Nähe der Kleinen Meerjungfrau in Kopenhagen anschauen. 1667 ist die Festung fertig und wird „Friedrichsort“ genannt. Es war geplant, die Festung zu einer Handelsstadt mit Schiffhafen zu machen. Dadurch wäre Friedrichort wahrscheinlich zur Landeshauptstadt geworden und Kiel zu ihrem Vorort. Doch der Protest der Stadt Kiel war erfolgreich. Der dänische König sah von den Ausbauplänen ab. Heute findet man in der Festung eine Ausstellung, eine Brauerei und eine vielfältige Kreativwirtschaft, die wächst. Kommt mal vorbei und schaut euch das an. Es lohnt sich!

Fazit: Eine tolle Radtour, die Lust macht auf mehr!

Auf dem Fahrrad hat man, anders als im Auto, keine abschirmenden Wände um sich herum. So kann ich direkt mit den Menschen ins Gespräch kommen. Ich liebe das. So bin ich auf unserer Fahrt mit weiteren Mitbürger*innen ins Gespräch gekommen. Ich freue mich, dass so viele Interessierte trotz grauen Wolken und des durchgehenden Regens bei der Tour mitgemacht haben und wir einen schönen Nachmittag hatten!

Und zu gewinnen gibt es auch noch was:

Wer nicht dabei sein konnte oder noch mehr über Pries-Friedrichsort erfahren möchte, kann das mit dem Buch „Die Festung Friedrichsort. Ostseegeschichte an der Kieler Förde“ erlesen, von dem ich zwei Bücher verlose. Schreibt dafür einfach bis zum 16.11.2020 sendet mir eine E-Mail an mathias.stein.wk@bundestag.de.